Six days / Silver Vase als Reisemotorrad?

  • #1

    Hallo Leute,

    cooles Forum. Hab mal ne ungewöhliche Frage. Grad den Schein gemacht und zum Frühling muss eine Maschine her.
    Ich brauch sie die nächsten zwei bis drei Jahre großteils im Alltag und hin und wieder für Urlaube oder Wochenendtrips.
    Ich will nix schnelles, oder schweres. Gemütlich, zuverlässig und praktisch soll sie sein.
    In zwei bis drei Jahren plane ich dann aber einen großen Ausritt auf unbestimmte Zeit nach Asien. Wohlgemerkt mit kleinem Portemonnaie. Logischerweise wäre da eine Enduro gut. Bei meiner Kohle bietet sich die Himalayan von RE an. Die find ich aber für den Alltag nich so dufte.
    Daher überleg ich gerade ob es nicht besser ein Scrambler sein sollte.
    Bisher hab ich Weitwanderwege oder Fernradtouren gemacht und habe extrem minimales Gepäck dabei.
    Hab keine Lust auf eine mega schwere, übervolle Maschine, wie ich das in vielen Ländern bei anderen Leuten oft gesehen habe, die die dann nichtmal ohne Hilfe aufstellen können, falls sie mal umkippt.

    Ein 40 Liter Rucksack hintendrauf für Hab und Gut langt mir voll. Und auch beim Reisen wären es dann öfter Schotterstraßen und Buckelpisten, aber kaum echte Offroad-Strecken.


    Is das dumm dafür die Six days oder Silver Vase in Erwägung zu ziehen? Wie leicht komme ich da an Ersatzteile? Wieviel kann ich selber machen? Wie zuverlässig sind die?


    Danke vorab :)

  • #2

    Hallo .... (Name?),


    ein wichtiges Kaufargument für die Silver Vase war bei mir das geringe Gewicht. Von der Papierform her dürfte die Silver Vase oder auch die Sixdays für dich deshalb in Frage kommen. Ob sich diese Modelle für längere Auslandstouren eignen, kann ich nicht wirklich beurteilen. Vielleicht gibt es andere Forumsmitglieder, die zu dieser Frage mehr beitragen können.


    Jedenfalls sind die Motoren wohl recht zuverlässig; womit es häufiger Probleme gibt, ist die Elektrik/Elektronik. Am besten schaust du dir einmal die entsprechenden Beiträge hier im Forum an.


    Gruß,


    Michael (MiWi)

  • #3

    Also technisch sehe ich da wenig Probleme.


    Baustellen wären für mich:


    - Gepäcksystem solltest du komplett eigenständig lösen (können) - SWM bietet nichts

    - die Federung hinten ist im Grund nicht tauglich, da würde ich vernünftige Stoßdämpfer verbauen (wollen)

    - du wirst einen Unterfahrschutz selber bauen müssen, im Grunde gibt es ja 0,0 Zubehör für die SWM´s

    - dito Windschutz, Handprotektoren, klappbarer Schalthebel, Kotflügel - Schlammschutz, mir liegen die Stahldinger zu eng an...


    Also ehrlich, du bekommst die Classic Modelle gebraucht ab 2000,- E - dafür würde ich mir mit deinem Background und dem Ziel eher eine

    gebrauchte BMW F 650 GS holen. Keine SWM. Die SWM sehe ich eher so als "Brötchenholgerät".

    Oh heilige Maria der gesegneten Beschleunigung! Verlass uns nicht in diesem Moment! (Elwood Blues)

  • #4

    Moin,

    schau doch mal bei Itchy Boots auf youtube vorbei. Die war mit der kleinen und der neuen, großen Himalayan in Indien unterwegs, und quält z.Zt. Ihre kleine Honda durch Kamerun. Die Mopeds machen Einiges mit, ohne Probleme. Wobei die dort fahrenden 125er mit 3 Personen und Gepäck die absolute Show sind !

    Grüße !

    Jürgen

  • #5

    Die Six Days ist nett für eine gemütliche Runde um den Block oder durch den Wald, für eine Weltreise wäre sie mir zu anfällig und mit zu vielen Bastellösungen für Gepäck und besonders Protektion der Maschine verbunden, um sie überhaupt erstmal halbwegs tauglich zu bekommen. Mit ihren Kinderkrankheiten und der Güte fährt schnell der Gedanke mit obs man überhaupt technisch durch die Welt schafft, das dürfte nicht hilfreich sein. Da ist man mit der neuen Himayalan oder der Honda CRF 250 L oder ggf. Rally sicher besser bedient.

  • #6

    Wobei ich die Anzahl der Kinderkrankheiten ja bescheiden finde.


    Vernünftige Batterie, Kettenschleifer neu, Radlager neu, stabile Software auf der ECU, früher mal die Instrumente - und das war es doch auch schon?

    Oh heilige Maria der gesegneten Beschleunigung! Verlass uns nicht in diesem Moment! (Elwood Blues)

  • #7

    Nach vielen Verbesserungen und Optimierungen hat sich meine Sixdays bereits als Reisemaschine bewährt.

    Mit Topcase (36 oder 45 Ltr) sowie Seitentaschen mit ges. 50 Ltr ist genügend Stauraum vorhanden. Der 60 Ltr. Zeltsack wird auf dem Soziussitz verzurrt. Der Bock läuft absolut zuverlässig und hat derzeit knapp 19.000 Km auf der Uhr.


    Fahrwerk, Bremsen und Motor sind weit entfernt vom Serienzustand. Meine Reifenempfehlung: Pirelli scorpion rally STR.

    Top auf der Strasse und im Gelände.


    Gruss Wolli

    4 Einzylinder haben Charakter, ein Vierzylinder hat nicht mal eine Seele! :P

  • #8

    Hallo Wolli,


    du schreibst: Fahrwerk, Bremsen und Motor sind weit entfernt vom Serienzustand.


    Für alle Sixdays und die 440er Classic-Fahrer wäre es interessant, wenn du die Umbauten/Verbesserungen an deiner SWM einmal zusammenfassend darstellen würdest, damit sich alle mit einem besseren Gefühl auf längere Strecken begeben könnten.


    Gruß,


    Michael

  • #9

    Vorweg: Ich hatte als Ergänzug zu meinem Fuhrpark ein Moped gesucht dass folgende Kriterien erfüllt:

    Simpel, robust, gewisse Geländefähigkeit mit luftgekühltem 1-Zylinder ohne überflüssigem Elektronikgeschmodder und der Möglichkeit zu Optimierung. (Bin Rentner, habe Zeit und umfangreiche Werkstattausrüstung und letzendlich Spass an der Sache. Mit der Sixdays wurde alles erfüllt.


    Bitte!!!!!!!!! Keinerlei Fragen zu Details. Ich habe hier 178 Beiträge gepostet, die sich überwiegend mit den nachfolgenden Angaben befassen.


    Auflistung ohne Garantie zur Vollständigkeit:


    Fahrwerk:

    ---Gabelöl SAE 4,5 mit angepasstem Luftpolster. Zur möglichen Korrektor von Ölstand und Viskosität habe ich Gewinde in die Gabelstopfen geschnitten und mit Inbusschraube M8 verschlossen. Somit kann ich Korrekturen vornehmen ohne etwas demontieren zu müssen

    --- Federbeine neu mit einstellbarer Zugstufendämpfung. Neue Federn auf mein Gewicht + 30 kg. Gepäck angepasst.


    Bremsen:

    ---Originalscheiben und Beläge sind Müll. Wurde alles ersetzt. Die Originalbremse sehe ich als Sicherheitsrisiko.

    --- Druckbolzen von Fussbremse neu angefertigt (länger) um eine bessere Kinematik zu erhalten.

    --- Schalter in hintere ABS-Leitung eingebaut, um das hintere ABS deaktivieren zu können (gut zum Driften und im Gelände unabdingbar.


    Motor:

    --- Iridiumkerze eingebaut.

    --- Drosselklappensensor GERINGFÜGIG in Richtung "fett" verstellt

    --- Defekte Lambdasonde stillgelegt und durch einen Kompensationsstecker ersetzt.

    Diese Änderungen haben zu einem erheblich besseren Motorlauf und gefühlt mehr Leistung geführt. Besseres Ansprechverhalten, satter Durchzug und deutliche Absenkung der "Ruckeldrehzahl". Die Übersetzung wurde von 15/40 auf 16/38 geändert, also deutlich länger.

    Dadurch niedrigeres Drehzahlniveau bei Überlandfahrten. Keinerlei Nachteile bei Durchzug und Beschleunigung.


    Sonstiges:

    ---Lithium-Ionen Batterie selbst konfiguriert (8 Zellen a 2,5Ah) somit 5 Ah in selbstgebautem Gehäuse. Neben den üblichen Vorteilen jetzt viel Platz im Batterieraum.

    Den ungeschützen Sicherungskasten rundherum abgedichtet (Spritzwasser gelangt am Seitendeckel vorbei zu den Sicherungen.

    ---- Handschützer

    ----Steckdose in Lenkernähe

    ----Heizgriffe

    ----Nach innen schwenkbare Rückspiegel (sturzsicher)

    ----Seitentaschenhalter steckbar (Eigenbau)

    ---- Topcaseträger ( trägt spielend mein Gewicht von 80kg dank Eigenbau)

    ---- Sitzbankbefestigung ohne Schrauben (Gummitüllen mit Arretierungsbolzen). Praktisch, weil die Klettgurte der Seitentaschen unter der Sitzbank verlaufen.

    ---- Kettenöler Eigenbau

    ---- Schalthebel um 15mm verlängert mit Klappgelenk (Eigenbau)


    Hab ich was vergessen????? :rolleyes: Wahrscheinlich :P


    Würde ich mir das Moped nochmal kaufen?

    Diese Frage stellt sich wohl nicht, weil ich davon ausgehe, dass die Möhre länger hält, als die Neumaschinen im Programm sind :love:


    Gruss Wolli


    Fast vergessener Nachtrag:

    Bitte keine Nachfragen, ob die Änderungen eingetragen sind wegen Versicherungsschutz und bla bla bla. Nichts ist eingetragen und bei der letzten HU gab's keine Probleme. Ganz im Gegenteil: Der Prüfer war ganz angetan von dem Bock und hat erstmal eine etwas längere Probefahrt gemacht.


    4 Einzylinder haben Charakter, ein Vierzylinder hat nicht mal eine Seele! :P

    Einmal editiert, zuletzt von Wolli ()

  • #10

    Hi das Forum hier ist Spitze, da hast du recht.


    ich hatte auch ne 125er SWM.


    Jetzt hab ich was größeres gesucht, und wollte auch nen Scrambler mit 500/600ccm...

    Da SWM nichts vernünftiges in der Palette hatte was mir gefiel hab ich mich anderweitig umgeschaut und bin dann zu Benelli gekommen.

    Da gibts als Scrambler die Leoncino 500 & 800 beide als Straßen und Trail Variante.

    Und als "Reiseenduros" die TRK 502 und 702.... als als Strassenversion und die X als Geländeversion.


    Koffer- ,Taschen-, Gepäcksysteme gibts zu Hauf.

    Und in den YouTube Videos werden die auch viel in Indien, Malaysia, Thailand, und überall auf der Welt gefahren, also sollte man auch überall Ersatzteile bekommen.

    Sind aber dann 2-Zylinder, Wasserkühlung usw.... weiß nicht ob dir das "zuviel" Technik ist dann für dein vorhaben.

    Auf jedenfall sind die in bissl flotter als die Eintöpfe.


    Aber dafür ist das Forum nicht so gut, von Benelli wie das hier. 8o

    Haben 2 Imker die gleiche Meinung, hat mindestens einer von beiden keine Ahnung... ;) ist bei Motorradfahrern übrigens genauso 8)

  • Hey,

    dir scheint die Diskussion zu gefallen, aber du bist nicht angemeldet.

    Wenn du ein Konto eröffnest merken wir uns deinen Lesefortschritt und bringen dich dorthin zurück. Zudem können wir dich per E-Mail über neue Beiträge informieren. Dadurch verpasst du nichts mehr.


    Jetzt anmelden!