Ventilspiel Kontrolle / Einstellen

  • #1

    Moinsen,

    hab heute mal den Tank abgenommen, da fast leer. Den bekommt man aufgrund der beiden Spritschnellverschlüsse am Tank und an der Einspritzanlage sonst nur umständlich herunter. Es müssen auch zwei Elektrikleitungen gekapp werden. Ventilspiekontrolle ist nach fast 10.000 km angesagt:

    Einlass Sollmass: 0,10 - 0,15;

    Auslass Sollmass: 015 - 0,20.

    Istmasse bei mir:

    beide E: 0,10mm

    beide A: 0,15mm

    Wichtig: Beim rechten Auslassventil muss die Dekompression Automatik mit nem Schraubenzieher weggedrückt werden.

    Wenn die aktiviert ist hätte hier ansonsten ein Spiel von 1,35mm vorgelegen. Eingestellt habe ich nicht. Aber: es scheint Recht aufwändig zu sein. Kühler am besten entfernen. Vorher Kühlflüssigkeit ablassen. Zwischen Ventil und Nockenwelle sitzen bewegliche Keile auf einer Achse. Diese Keile müssten getauscht, falls Nachstellbedarf besteht. Dazu müssten die beiden Achsen entfernt werden. So eine Konstruktion hab ich noch nie erlebt. Ventile mit Kipphebeln und Einstellschraube wären mir lieber gewesen...

    .

    Weiss jemand, ob die Keilmasse für Einlass und Auslass ab Werk alle gleich sind und welche Masse vorliegen?

    gruss micha


    nun über 11.250 km mit superdual x

  • #2

    Hallo Micha,


    das sind keine Keile, sondern runde Plättchen. Der (schlechte) Witz ist, dass man die genauso kaufen muss, wie man sie braucht. Es gibt einen ganzen Sack voll mit den verschiedenen Maßen. Also zuerst muss ermittelt werden, was (wie viel) man korrigieren muss, danach kann man berechnen, welches Plättchen man in welcher Stärke braucht. Billig sind die Dinger auch nicht, um die 6€/Stk. Die 3stellige mm-Angabe bedeutet bei 195mm = 1,95mm.


    Bei youtube gibt es wenig darüber, gefunden habe ich trotzdem etwas. https://youtu.be/FJWnENGfBiw


    Das selber zu machen wird ein Abenteuer. Ein irres Gefummel mit dem Risiko, dass der Washer in den Kopf fällt. Das ist dann mal richtig übel. Meiner Meinung nach ein ganz großer Mist. Ich würde das Geld in die Hand nehmen und die Werkstatt das machen lassen. Denn die Ventildeckeldichtung ist auch nur 1x dicht, die brauchst Du mindestens auch neu.


    Curve

  • #3

    Hallo curve,

    Hab die Keile mit Nummer 14 auf deiner Zeichnung benannt an einer Welle ausgebaut. Die Shims sitzen darunter. Die Dicke ist aufgelasert. Da wäre es schon fast sinnvoll die betreffende Nockenwelle auszubauen....um Shims zu wechseln...

    gruss micha


    nun über 11.250 km mit superdual x

  • #5

    Hallo,

    mir gefällt das betreffende Video von Curve (nix für ungut) nicht besonders, da eigentlich KTM

    Hier ein Älteres zur Husky Te 250, aber identisch zur SWM: https://www.youtube.com/watch?v=uf0AKO-_tI4

    Tank abnehmen ja, Kühler abnehmen find ich Unsinn. Totaler Schmarrn gleich die Nockenwellen ausbauen...

    Gute Fühlerblattlehre besorgen (die ohnehin krumm gebogen werden muss...)

    Und wie im Video: Dekompressions-Ventil einfach Kabel aushängen. Um die "Abstandhalter" zu entfernen, brauchs einen kleinen Hacken (ev. geht auch Kleiderbügel-Draht) Die Shims können mit Magnet-Sonde leicht herausgezogen werden (siehe Video) das Reinfriemeln mit gefetteter Fühlerblattlehre schon tickiger...

    Zitat

    Werkstatt machen lassen...

    Meist sind die Ventile eh in Ordnung und bleiben in Ordnung. Die Werkstatt gibt aber gerne vor, dass dies notwendig sie, bzw. getan wurde (Geld) Daher, selbst ist der Mann, die Frau...

    Und wer die Ventil-Einstellerei auf den Winter verlegt, kann in Ruhe sauber ausmessen, notwendie Shims bestellen und einbauen sobald diese da sind.

    Und logisch: eine neue Ventildeckeldichtung ist allemal notwendig. Wichtig: die Kontaktflächen derselben müssen vor Einbau absolut ölfrei sein, ebenso die O-Ringe bzw. Kupferdichtungen der "Deckelschrauben" (besser gleich neue...)


    Gutes Gelingen

  • #6

    Danke für das Video. So hab ich es auch heute morgen gemacht. Kühler blieb drin. Hab nur Kühlwasser abgelassen und die Kühlerschläuche gelöst. Hatte mir passende Shims besorgt. Die Feder auf der Kipphebelachse gelöst. Mit Magnet die alten Shims gezogen. Die neuen mit Fett an der Fühlerblattlehre eingesetzt. Nachgemessen und passt. Ich hab lieber mehr Spiel an den Ventilen.

    .

    E hat nun 0,15;

    A hat nun 0,20

    gruss micha


    nun über 11.250 km mit superdual x

  • #7

    Mein Video war ja auch nur ein Beispiel zum generellen Prinzip. Ums Gefallen geht's nicht. KTM, Husky... egal, die Bauart ist sehr ähnlich/gleich.

    Wichtig ist das : eine neue Ventildeckeldichtung ist allemal notwendig. Wichtig: die Kontaktflächen derselben müssen vor Einbau absolut ölfrei sein, ebenso die O-Ringe bzw. Kupferdichtungen der "Deckelschrauben" (besser gleich neue...)

    Meine Werkstatt hatte die O-Ringe und Kupferdichtungen der Deckelschrauben nicht erneuert und schon lief die Brühe über den Kopf und Block. Hatte ich reklamiert und musste nochmal hin. Unnötig.

    Das Ventilspiel ändert sich mit dem Einfahren und Gebrauch des Motors bzw. stimmt es nicht 100%ig ab Werk. Als Besitzer ist man da zu Recht pingeliger. Die Folgen eines falschen Ventilspiels sind verheerend, die Mühe sollte man sich deshalb immer machen. Und sei es nur, um zu wissen, dass es (noch) passt. Hören würde man es bei unserem Poltergeist leider nicht, es scheppert ohnehin recht laut. Ich muss gestehen, dass ich die Motorgeräusche zunächst echt verstörend empfand, kannte und kenne ich von anderen Maschinen nicht. Am Anfang habe ich die wenigen youtube-Videos von der Superdual angeschaut und gelauscht, ob die sich genauso anhören wie meine, War dann auch so.

    Ich bleibe aber dabei, dass weder die Bauart mit den Shim, noch die Kontrollintervalle von 5.000km zeitgemäß sind. Das sind für mich fast die einzigen negativen Punkte an meiner geliebten Superdual.


    Curve

  • #8

    Hi Curve, warum müssen die Kontaktflächen der Ventildeckel und der O Ring ölfrei sein. Dichten die sonst nicht ordentlich ab?. Bei meiner Supersport sind die Ventildeckel auch immer leicht versifft trotz neuer O Ringe.

    Gruß

    Peter

  • #9

    Hallo Peter,


    beim Ölfilter nimmt man etwas Öl auf den Finger und reibt dieses auf die neue Dichtung, bevor man ihn montiert. Das dient in erster Linie dem wieder Lösen können. Dicht ist er dennoch.

    Das ist bei O-Ringen genauso. Die dichten dann korrekt ab, wenn die Verschraubungspartner blitzeblank, sauber und eben sind. Der O-Ring muss einen schmierenden Gleitfilm haben, damit bei der Montage nichts reißt, verdrillt, abgequetscht oder sonst wie beschädigt werden kann. Ein alter, wieder verwendeter O-Ring hat nicht mehr das notwendige Rückstellungsvermögen. Außerdem hat er eine gewisse Form über die Jahre angenommen und ist gealtert (Wärme, Kälte, Chemikalien). Wer diese Cent-Beträge nicht ausgibt und den alten MIst wieder einbaut ist BESCHEUERT, denn das wird nicht mehr dicht. Zur Strafe darf man das dann nochmal machen.

    Am besten ist es, wenn das Bauteil für den O-Ring eine Nut hat. Dann kann man alles auf Block anschrauben und die Verformung ist exakt so, wie der Hersteller das vorgesehen hat (ist meist so).


    Eine Ventildeckeldichtung würde ich so verbauen, wie sie verkauft wird (trocken). Auch hier: Kontaktflächen müssen perfekt sauber sein (trocken). Wenn das hier schon siffig oder schlampig gesäubert ist, besteht die Gefahr, dass durch Kapillarwirkung und Wärme der Restölfilm dabei hilft, die neue Dichtung zu "unterwandern". Ein "Schwitzen" ist dann sofort die Folge.


    Übrigens sind heute bei modernen FZGen die Kühlwasserschlauchanschlüsse alle nur noch (ineinander) gesteckt mit einem doppelten O-Ringen. Und das ist wasser- und druckdicht. Nix mehr mit Schraubschelle die bis zum Abwinken angewürgt wird.


    Wichtig ist, dass man bei den Dichtungen nicht spart und sich informiert, ob die O-Ringe für den benötigten Verwendungszweck geeignet sind (Öl- , Benzin- und Säure resistent usw.). Der Durchmesser und die "Schnurstärke" MUSS auch exakt passen. Das Nennmaß eines O-Rings ist der Innendurchmesser. Schmiert bitte nie etwas auf Dichtungen, was artfremd ist, sondern immer nur das, mit dem diese im Betrieb in Berührung kommen (könnte).


    Curve

  • #10

    Hab zu meiner Schande alle alten Dichtungen verwendet. Diesmal schwitzt es kein Öl raus. Hab sie alle schön sauber gemacht und trocken eingebaut. Ich glaube das muss jeder selber entscheiden. Ich nehme nur neue Dichtungen, wenn sie augenscheinlich nicht o.k. sind. Habe den Eindruck, dass die Ventile nach dem Einstellen lauter rasseln. Aber besser so als verbrannte Ventil-Sitzringe.

    gruss micha


    nun über 11.250 km mit superdual x

  • Hey,

    dir scheint die Diskussion zu gefallen, aber du bist nicht angemeldet.

    Wenn du ein Konto eröffnest merken wir uns deinen Lesefortschritt und bringen dich dorthin zurück. Zudem können wir dich per E-Mail über neue Beiträge informieren. Dadurch verpasst du nichts mehr.


    Jetzt anmelden!