2300 Km mit der Superdual T - Erfahrungen

  • #1


    im Februar diesen Jahres angelte ich mir meine Superdual T.

    2017 - Vorführer - 450 Km - 6000 €, inkl. 1000er Inspektion



    Gefahren wird die Guste in der Großstadt Berlin, auf der Landstraße, Wald & Wiese.

    Das Fahrwerk ist sehr kurvenfreudig, mit zartem Hüftschwung gehts flott ums Eck! Mit schmaleren Püschen könnte es sicherlich noch lecker werden.

    Durch meine MZ Skorpion bin ich von einem ausgezeichnetem Kurvenfahrwerk verwöhnt. Daher liegt meine Messlatte sehr hoch.


    Im Gelände macht die SD richtig Freude. Ob quer Feld ein, durch den Wald gehoppelt, mit Sozia ..., ein Dauergrinsen.



    Was nervt ist die Euro 4 Kastration. Mit einer Lambda-Brücke fährt sich die Fuhre viel homogener.

    Beim Anfahren zickt die Guste sehr gerne. Sie möchte wie ein Wildpferd gleich ungestüm & ungezügelt los brechen. Dann muß ich die Kupplung schleifen laßen & ganz gefühlvoll anfahren.

    Manchmal geht der Motor nachm tanken aus. Einmal ist das beim Beschleunigen in der Kurve passiert. Zum Glück liegt meine Hand, 2 Takter Krankheit, immer an der Kupplung.

    An der Elektrik, wie bei jeder "modernen" Elektrik, nervt der zu kurze Kabelbaum.



    Der Motor geht, wenn tüchtig an der Henne gezerrt wird, richtig böse ab.

    Von der Charakteristik zwischen Rotax 650 & XTZ 660 Motor. Letzterer ist ein sehr kraftvolles Raubein.

    Gefühlvoll kann auch unter 2800 Touren gefahren werden.

    Der erste Gang könnte nen Tick länger übersetzt sein.

    Die Gangabstimmung finde ich sehr gelungen. Im 6. fehlt es nicht an Kraft.



    Die Superdual ist nicht so schrauberfreundlich & durchdacht wie eine MZ.

    Dennoch finde ich mich recht schnell bei ihr, mit ihr zurecht.

    Wenn erst einmal der richtige Dreh gefunden ist, macht das Verschlimmbessern viel Freude



    Was habe ich verschlimmbessert?

    längere Spiegel, Elektrikoptimierung - Fahrt/Fern-Licht, Lambda-Brücke, rote Lampenmaske & Schwanz, Heckumbau, Gepäckträger abgebaut

    Zusatzleuchten wurden gegen Nässeeinbruch geschützt & am Tank, höher, befestigt



    Was ich mir für die Zukunft mit der Superdual wünsche?

    Das die Anfahrtszicken aufhören.

    Leichteres Langsamfahren.

    Weiteres sorgenfreies Fahren.

    höheres Windschild

    Das noch mehr Superduals durch die Gegend rollen.

    Werkstatthandbuch



    Was ich an der Superdual toll finde?

    Das unverwechselbare Desing. Das sie eine echte Reiseenduro ist. Das die Kiste nicht an jeder Ecke steht.

    Wie bei meinen MZten werde ich immer wieder auf die Frieda an gesprochen. "Wasn das???" "SWM???"

    Die Navihalterung passt an die Halterung des Windschilds, Super!

    Und, die Superdual hat ein echtes Spritfass, 18 Liter. Kein Töpfchen unter einer Tankatrappe.

    Tank abnehmen & du kommst an Alles ran, klasse.



    Bisherige Schäden ...

    Wassereinbruch Zusatzscheinwerfer, ein Kabelbruch am Instrumentenstecker (Kabel zu straff), Anfahrtszicken derweil, Motor kann einfach ausgehen (Kurzstrecke)



    Was ich noch verschrauben möchte?

    Hecktieferlegung, Comfortsitzbank, andere, schmalere Püschen testen, längeren Benzinschlauch



    DIE AUSTATTUNG! Alles da was ein Mopist benötigt.

    Seitenkoffer, Windschild, Motor- & Rahmenschutz, Zusatzleuchten, Gepäckträger, Handprotektoren, voll einstellbare Upside-down-Gabel, Geblschutz, hydraulische Kupplungsbetätigung, Hauptständer

    Eintopfköchin - alles andere ist zu viel.

    Einmal editiert, zuletzt von motorbiene ()

  • #4

    Hallo Motorbiene,


    zunächst bekräftige ich wiederholt (und solange das nötig ist), dass Du hier eine Ausnahmeerscheinung bist. Ein Forumsmitglied (achso, Du hast keins - umso besser :-)) wie man es sich nicht besser backen kann. Kompetent, aussagefreudig, hilfsbereit. Dein Humor und Deine Vokabeln liebe ich (bin Brandenburger - hört sich nach Heimat an...), das Lesen macht viel Spaß!


    Dein Fazit unterschreibe ich mit Eigenblut, ich sehe das zu 99 Prozent GENAUSO. Unser SD ist ein wohltuender Sonderfall in einer Welt von 250kg Hightech-Steuergerät-Brocken, die man nicht bewegen, reparieren, geschweige denn rangieren will. Es ist ein rauhes und ehrliches Bike mit Zicken, die aber, bei genauerer Betrachtung weder schlimm noch teuer sind. Ich bin selber Schrauber und will die Technik kennen und verstehen. Ich hatte die Africa Twin 2016 und das reicht dann auch. Das ist kein Mopped fahn und um die Ecke düsen.

    Die Superdual macht das Meiste besser. Dabei finde ich sie unvergleichlich ausgewogen. 2 Töpfe, toller Sound, super Ausstattung, ultraleicht, handlich, einfach. Ich war jetzt schon mit einigen Leuten, die größere und stärkere Maschinen haben, unterwegs. Aber die SD marschiert nach vorn und ist einfach immer schneller. Nur wenige haben verstanden, dass nicht Leistung und Hubraum die wichtigsten Faktoren sind.


    Langsam fahren mache ich eh nicht, das kann so ein Eintopf eben nicht. Der will/muss drehen. Überleg mal, was da für ein Eimer hoch und runter fährt (100mm Durchmesser). Und ich kann auch nicht langsam, weil das Gerät so dermaßen genial agil ist. Anfahrzicken habe ich nicht. Kann ein Software Update lösen.


    Ich bastele gern und optimiere, aber an dem Ding gibt es nahezu nix zu tun, weil alles schon dran ist. Noch nie habe ich über andere Töpfe nachgedacht, weil die originalen so schön böse grollen. Was will man da mehr? Das Windshield habe ich unterlegt, damit es weiter vorn und steiler steht. Jetzt passt das. Ich habe jetzt 7000km auf der Uhr und mein Empfinden ist, dass sie immer noch dabei ist, sich einzufahren. Es wird besser und besser. Verschmolzen bin ich längst mit ihr, weil sie es auch zulässt. Ein Traum aus einer anderen Welt ist diese 6 Gang Schaltung. Klack und drin und nicht suchen und Geisterleerläufe wie bei der Honda. Und richtig: der 6. Gang ist gut übersetzt und nicht lahm wie bei der Honda.


    Nach allem, was ich jetzt erlebt habe muss ich sagen, dass man sich ganz bewusst die Superdual aussucht, weil man genauso ist wie sie. Wir SWM Superdual Fahrer sind alle aus dem selben Holz und seelenverwandt. Wir haben ganz klare Vorstellungen und Visionen und wir sind keine Herdentiere. Yeah!


    Zum Werkstatthandbuch kann ich Dir das von der nahezu baugleichen Husqvarna empfehlen. Damit erschlägt man 90%. Geb ich Dir gern, schreibe eine PN.


    Grüße und lieben Dank!

    Curve

  • #5

    Danke curve für deinen Erfahrung. Ähm ja, ohne Glied-Maßen ... ;)

    Na ja, ick bin Bärlinerin & wir Berliner sind recht ehrliche & direkte Gestalten. Etwas raubeinig, dafür liebevoll umgänglich.


    Eins vorne weg, "Ick nix Biker, ick schups och nisch deene Mutti vone Treppe." 8)

    Die SD ist für echte Motorradfahrer, für Kraftrad-Lenker. Es ist ein echtes Kraftrad. Nicht sowas überzüchtetes.

    Was bitte soll ein Display mit Blauzahnanbindung an einem Motorrad? Fahrmodis? Ich bitte dich?! Das Fahrmodi bin ich.


    Über ein Update habe ich auch schon nachgedacht. Nur ..., komme ich wegen corina nicht zu nem SWM Händler ... In Berlin gibt es keinen.


    Ja, die SD ist mehr als ehrlich. Und so ein Eintopf ist ein toller Charaktergeselle. Ich mag solchen Motoren die unten im Keller ordentlich wie ein böses Tier grollen. Nicht solche Brötchensägen die ein Drehzahlband im Dachgiebel haben. Das muß untenrum ordentlich kesseln, so wie bei der SD.

    Bist du den XTZ 660 Motor schon gefahren? Der ist noch raubeiniger als der Husky Motor.


    Meine Frieda stand fast zwei Jahre beim Händler rum. Daher hat sie kleine Standschäden, wie Wasser in der Bremsflüssigkeit. Die Kupplungspumpe ist leck, da geh ich morgen bei.

    Ansonsten fahren, durch die Wallachei hoppeln.

    So wie du sagst, Freude haben. Und eigentlich ist nichts weiter an ihr zu werkeln. Nur die kleinen individuellen Spielchen. Na ja, ich bin MZ Fahrerin. Eine MZ darf nie original bleiben ... Ich gehe da weiter, wo die Entwickler aufgehört haben. Ich spiele mit dem Gedanken vorne mit einem 17" Rad, also als SM, so wie ich die Guste auf einem Photo gesehen habe. Schmalere Latschen, besonders hinten. Das müßte richtig gut abgehen?

    Bei meiner Skorpion habe ich auch schmalere Pneus aufgezogen, damit geht die Guste richtig böse in die Kurven.


    Erst einmal ist fahren angesagt ... Schrauben kann ich immer noch.


    Sonnigst Nadja

    Eintopfköchin - alles andere ist zu viel.

  • #7

    Tach aus Westfalen,

    wie auch ihr so bin auch ich ein begeisterter SD Faherer. Ist mitterlweile meine zweite SD. Die erste hat sich leider ein Reh geholt und zerschreddert. Aber da ich bereits auf den ersten 15.000 km mit SD so viel Spaß und Freude hatte, wurde es wieder eine SD, obwohl ich kurz mit der neuen XT700 geliebäugelt habe. Aber, genau das was ihr über die Maschine geschrieben hat, das Ursprüngliche, die Leichtigkeit, usw. haben mich überzeugt, wieder meine Wahl auf die SD fallen zu lassen. Das Bike macht off-/onroad Spaß und auf meine Reisen hat mich meine alte SD super getragen, so wird es hoffentlich auch meine neue tun.


    Freue mich immer, Eure Berichte über die SD zu lesen!


    VG Kattlewski

  • #8

    habe mir gestern einen Tag Urlaub genommen und bin 320km durch den Odenwald. Uuuunfassbar schön. Jeden Meter genossen. War das erste Mal überhaupt zufällig auf einem sehr schlechten, schmalen Weg, teils Schotter, viele Dellen und Schlaglöcher. Die SD hat nur gelächelt und es weggebügelt. Mein Kumpel mit der K100 tat mir nur leid. Super kostete an einer Tanke sagenhafte 1,05€.


    Jede Fahrt verstärkt meinen Wunsch, das Ding nie wieder herzugeben. ...Jetzt wo ich Nadja's Kabelbaumverlegung auch habe ;-)


    Was Kattlewski schreibt, spricht ja auch für sich. Würde ich genauso machen. Für mich gibt es im Moment am Markt keine Alternative. Und wenn man die SD mal kennt und schätzt wird es für andere Kandidaten extrem schwer.


    Gestern habe ich gemerkt, dass ich beim Fahren nicht mehr an das Motorrad denken muss (Gewicht, Schräglage, Bremspunkt, Kurvenlinie), ich fahre einfach. Es funktioniert alles intuitiv. Hatte ich so auch noch bei keinem anderen Bike.


    Curve

    Schönes Wochenende, Ihr anderen Exoten, ein Prosit auf uns und die SD!

  • #9

    Curve, wir besudeln uns hier mit Öl!


    Du glaubst garnicht was ich schon für böse Rüttelpisten allein & mit Sozia mit der SD runter habe ... Meine Sozia quietschte wie ein kleines Kind vor Vergnügen. Ihr Kommentar zu dem Gehoppel, "Du Vrrückte!".

    Einfach nur Geil! Wenn ich das so mal sagen darf.

    Die Strecken die ich fuhr, kann ich nur mit 2 Takt Emmen oder klassischen Enduros empfehlen. Alle andere Pseudoeisenkloppsenduros würden bei meinen Strecken gnadenlos verrecken. Aus die Maus!


    Vielleicht dreh ich heute noch ne Runde ...


    Euch n sonniges Wochenende wünscht Nadja.

    Eintopfköchin - alles andere ist zu viel.

  • #10

    Als ich bei meinem Händler war, habe ich nach Motorschaden an meiner alten Dr650 ne sd probefahren dürfen. Das Gerät hat schon mächtig Spass gemacht. Und...es gab keine Alternativen von Yamaha, Suzuki etc. Was mir nicht gefiel war die Strassenbereifung. Habe dann im Prospekt die Superdual X gesehen. Die Optik gefiel mir besser. Kurzum bestellt. Nach zwei Tagen war sie da, angemeldet und abgeholt. Ein Sahneteil für einen Einzylinder. Lässt sich prima in die Kurven legen. Es gab zwar ein paar Kinderkrankheiten, die wurden auf Garantie beseitigt. Der Sound ist lecker. Bin bei meinem ersten TÜV gespannt was der dazu sagt.... . Wünsche euch gute Fahrt 😉

    gruss micha


    nun über 11.250 km mit superdual x

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